Hannover/Hildesheim. Die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen sollen gestärkt und ausgebaut werden. Das haben SPD und Grüne mit ihrer Mehrheit im Landtag beschlossen. Ziel ist es, Biotope besser miteinander zu verknüpfen und so dem anhaltenden Rückgang von Tier- und Pflanzenarten entgegenzuwirken. „Der Verlust der biologischen Vielfalt ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb ist es richtig, dass wir den Biotopverbund jetzt konsequent voranbringen“, erklärt dazu die Grünen-Landtagsabgeordnete Swantje Schendel.
Viele Lebensräume seien heute voneinander abgeschnitten – durch Straßen, Siedlungen oder intensive Nutzung der Flächen. Für zahlreiche Arten werde es dadurch immer schwieriger, sich auszubreiten und stabile Populationen zu bilden. „Wenn wir wollen, dass Arten langfristig überleben, müssen wir ihre Lebensräume wieder miteinander verbinden. Genau hier setzt der Biotopverbund an“, so die Grünen-Politikerin.
Konkret geht es darum, durch Hecken, Gewässerrandstreifen, Waldränder oder artenreiche Wiesen ein Netz aus verbundenen Lebensräumen zu schaffen. Auch sogenannte „Trittsteinbiotope“, kleinere Rückzugsorte, sollen helfen, die Lücken zwischen größeren Flächen zu schließen. Grundlage dafür ist unter anderem die Vereinbarung des Niedersächsischen Weges, nach der 15 Prozent der Landesfläche für den Biotopverbund gesichert werden sollen.
„Dieses Ziel haben wir noch nicht erreicht. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt Tempo machen“, betont Schendel. Der jetzt beschlossene Antrag sehe vor, den Biotopverbund landesweit verbindlich zu stärken, Kommunen und Akteure vor Ort besser zu unterstützen und geeignete Flächen langfristig zu sichern.
Ein wichtiger Baustein ist nach Ansicht der Grünen-Abgeordneten auch die praktische Umsetzung vor Ort. Mit einem Förderratgeber des Landes sowie zusätzlichen Beratungsangeboten sollen Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutzverbände gezielt unterstützt werden. „Der Schutz der Artenvielfalt gelingt nur gemeinsam. Deshalb setzen wir auf Kooperation und konkrete Hilfestellungen für Regionen wie unsere. Jede vernetzte Fläche zählt, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren – auch hier in der Hildesheimer Region“, so Schendel.


